Zu sehen ist eine Sequenz von Bildern einer Kohlenstoffnanoröhre, die mit verschiedenen Frequenzen zu Schwingungen angeregt wurde. Da die Bildeinzugsdauer im Rasterelektronenmikroskop viel größer ist als die Schwingungsdauer, sieht man praktisch die Einhüllende der Schwingung. Dadurch ergibt sich der Eindruck einer sehr schnellen Bewegung. Die Muster weichen durch Imperfektionen der Nanoröhre und der Halterung teilweise vom erwarteten Muster ab, der "Tanz" ist jedoch dadurch viel interessanter und virtuoser.
Der Zweck dieser Bilder besteht darin, aus der Resonanzfrequenz einer Kohlenstoffnanoröhre auf deren mechanische Eigenschaften (z.B. das Elastizitätmodul) zu schließen. Es wurde eine einzelne Kohlenstoffnanoröhre von ca. 100 nm Durchmesser und 20 µm Länge mittels eines Mikromanipulators aus einer Probe mit vielen solcher Nanoröhren separiert. Dann wurde sie in einen leitfähigen Halter im SEM eingebaut und elektrisch mit einem Funktionsgenerator bei verschiedenen Frequenzen zu Schwingungen angeregt. Die Auflösung der Bilder ist nicht sehr gut, da ein älteres Rasterelektronenmikroskop benutzt wurde, das zur Bestimmung der Resonanzfrequenzen allerdings vollkommen ausreicht.
Franziska Wolny und Uhland Weissker am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden
Kontakt: Dr. Carola Langer, Tel. 0351-4659 234