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Betriebsärztliche Betreuung von Lehrerinnen und Lehrern in Sachsen

Der Lehrerberuf erfordert ein hohes Maß an pädagogischem Können, fachlichem Wissen und persönlichem Einsatz, um täglich den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler sowie den Anforderungen des Lehrplans gerecht zu werden. Eine entscheidende Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit von Lehrenden ist ihre Gesundheit. Um diese zu stärken und möglicherweise zu verbessern, startet mit Beginn des neuen Schuljahrs ein Projekt des Zentrums für Arbeit und Gesundheit der GWT. An insgesamt 1447 sächsischen Schulen mit 35.239 Lehrerinnen und Lehrern wird es dann eine intensivierte betriebsärztliche Versorgung für die Lehrerinnen und Lehrer geben.


Geistiger Vater der bundesweit einzigartigen Aktion ist Prof. Dr. Klaus Scheuch, Leiter des Zentrums für Arbeit und Gesundheit in Sachsen sowie Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Technischen Universität Dresden. Prof. Scheuch: "Eigentlich schließt das bestehende Arbeitsschutzgesetz eine betriebsärztliche Betreuung auch für Lehrer ein. Dies wird jedoch in den verschiedenen Bundesländern - wenn überhaupt - sehr unterschiedlich umgesetzt. Ziel unseres Projekts ist es, die Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung im Schulalltag auszuschöpfen und die arbeitsmedizinisch-psychologischen Strategien der Gesundheitsvorsorge weiterzuentwickeln.? Dazu gehören beispielsweise Beratungen zu Arbeitsschutz oder zu arbeitspsychologischen Fragen, Beurteilung der Arbeitsbedingungen, die Beratung zur Gesundheitsförderung und Gesunderhaltung oder bei gesundheitlichen Problemen.

 

Damit das Projekt den größtmöglichen Nutzen bringt, hat zuvor ein Team aus Ärzten, Psychologen und Soziologen unter der Leitung von Prof. Klaus Scheuch den Gesundheitszustand der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer im Vergleich zu anderen Berufsgruppen analysiert. Ermittelt wurden dabei Arbeitsunfähigkeiten, das Gesundheitsverhalten - wie Ernährungsgewohnheiten oder sportliche Aktivitäten - bestehende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Burnout-Syndrom, psychische Krankheiten und die für den Lehrerberuf spezifische arbeitsbezogene Beanspruchung. Dazu der Dresdener Arbeitsmediziner: "Der Gesundheitszustand der sächischen Lehrkräfte ist nach unseren Datenanalysen besser als erwartet. Den untersuchten Lehrern und Lehrerinnen kann insgesamt ein guter Gesundheitszustand bescheinigt werden, der vor allem auch auf ihrer aktiven Gesundheitsvorsorge basiert."
Diesen Zustand durch eine bessere Bewältigung schulischer Belastungen zu erhalten oder sogar noch zu verbessern steht ganz oben auf der Wunschliste der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer. Erreicht werden soll dies durch fundierte betriebsärztliche und auch psychologische Betreung. Das nun startende Projekt will einen großen Schritt in diese Richtung gehen. Medizinprofessor Scheuch denkt noch einen Schritt weiter: "Eine verbesserte betriebsärztliche Versorgung hat nicht nur Einfluss auf das Gesundheitsbewusstsein der betreuten Berufsgruppe. Lehrerinnen und Lehrer haben eine Vorbild- und damit auch eine Multiplikatorenfunktion innerhalb der Gesellschaft. Ihr Gesundheitsbewusstsein hat einen wesentlichen Einfluss auf das zukünftige Gesundheitsbewusstsein ihrer Schülerinnen und Schüler."

 

Link zur Studie "Zusammenhang von Belastung und Gesundheitszustand bei Schulleitern und Lehrern in Grundschulen": http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/medizinische_fakultaet/inst/ias/forschung/projekte/projekte_2008

 

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