Am Medienzentrum, dem Kompetenzzentrum für E-Learning an der TU Dresden erforscht Dipl. Designer Jan-Henning Raff die wilden kognitiven Praktiken im Alltag von Studierenden.
Wie kommen die Studierenden mit der Vielfalt an Medien und Formaten ihrer Lernressourcen zurecht? Wie ist die Computernutzung in die generativen Prozesse beim Lernen eingebunden? Was wird noch alles mit Papier erledigt? Welche genialen Erfindungen für das persönliche Wissensmanagement kommen aus dem Studienalltag?
Die bisherigen Studien zeigen: Der Computer wird im Lernalltag noch lange nicht ausgereizt. Wie also kann Studierenden geholfen werden, den Computer für den Lernprozess kreativ zu nutzen? Ebenso wichtig ist, dass bisherige "analoge" Praktiken erweitert werden können. Dabei ist eine große Chance die eigene Umgebung als Ressource nutzbar machen, um sie für Lernzwecke umzugestalten - wie beispielsweise das "augmented window": Eine Wissenslandkarte aus Post-its auf dem Fenster, die durch Wechsel des Standpunktes eine Kontextverschiebung ermöglicht.
Es geht also darum, zu erkunden, wie die Lernumgebung über den Computer hinaus nutzbar gemacht werden kann. Dabei geht es zwar auch um neue Technologien "beyond the desktop", aber vor allem diese als umformbare Werkzeuge zu gestalten, die den Lernenden zu einem selbständigen Designer seines Lernprozesses macht.
Jan-Henning Raff (Dipl.-Des.), TU Dresden, Medienzentrum, 01062 Dresden, Tel. 0351-463-32530, jan-henning.raff @ tu-dresden.de