Bilderklärung: Reagiert ein Baby im fünften Monat schon auf akustische Reize? Dieser Frage geht man im Geburtshaus ganz pragmatisch auf den Grund: mit einem Küchenwecker auf Mamis Bauch. Die Grafik zeigt, wie die Herzfrequenz von "Julius" reagiert.
Der Einfluss von Musik auf Herz- und Atemtätigkeit des Menschen ist ein bereits seit Jahrhunderten beforschtes Thema. Die komplexen Regulationsmechanismen, die den Interaktionen exogener Pulse und endogener biologischer Rhythmen zugrunde liegen, sind dabei jedoch bis heute nur teilweise verstanden. Der in Dresden lebende Martin Morgenstern hat sich daher in seiner Dissertation am Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle/Sa.-Wittenberg mit verschiedenen Aspekten des Einflusses rhythmischer auditorischer Stimuli auf die Regulation von Herzschlag und Atmung befasst und dafür entsprechende musikpsychologische, medizinische und musiktherapeutische Arbeiten genauer unter die Lupe genommen.
Eine von ihm durchgeführte Studie befasst sich mit grundlegenden Funktionsmechanismen im komplexen psycho-physiologischen Regelungssystem von Probanden, die akustischen Stimuli ausgesetzt sind. In verschiedenen Experimenten hat er das kardio-respiratorische Verhalten in Phasen mit normaler spontaner Atmung oder unter Einhaltung bestimmter Pulse-Respirations-Verhältnisse und den Einfluss von Biofeedback auf die Fähigkeit, die eigene Herzfrequenz einem rhythmischen akustischen Stimulus anzupassen, erforscht. Über Fragebögen gewonnene Informationen ergänzten die in den Experimenten gewonnenen Daten und ermöglichen eine Analyse der musikalischen Vorlieben und anderer Parameter, die zu einem umfassenderen Verständnis darüber beitragen, wie der Mensch auf bestimmte akustische Stimuli reagiert.