Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie



http://www.oncoray.de/deutsch/PDFs/2009116_Wissenschaftspreis_GW.pdf

Experimentelle Studie lässt Größe und biologische Eigenschaften von Tumoren ohne Kontrastmittel und radioaktive Strahlung sichtbar werden

Mit dem Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler zeichnete die Sächsische Radiologische Gesellschaft e. V. in diesem Jahr die experimentelle Studie der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomografie zur Volumenbestimmung in Modelltumoren von Dr. rer. nat. Gunter Wolf aus. Der 35-Jährige Chemiker, der in der Arbeitsgruppe Biologisches Imaging am OncoRay - Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie forscht, konnte in dieser Studie nachweisen, dass mit der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomografie die Tumorabgrenzung genauso gut möglich ist wie mit den herkömmlichen bildgebenden Verfahren. Mit dieser diffusionsgewichteten Methode werden zusätzlich Informationen biologischer Tumoreigenschaften gewonnen gänzlich ohne Einsatz von Kontrastmitteln und radioaktiver Strahlung.

Die diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie (dwMRT), die bereits in Kliniken standardmäßig eingesetzt wird, um Schlaganfälle zu diagnostizieren, ist ein bildgebendes Verfahren, das die Beweglichkeit (Diffusionsbewegung) von Wassermolekülen im Gewebe misst und räumlich aufgelöst darstellt. "Das im menschlichen Körper vorkommende Wasser dient bei diesem Verfahren als natürliches Kontrastmittel", erläutert Dr. Wolf. Die dwMRT liefert keine Bilder einzelner Zellen aus dem menschlichen Körper, jedoch lässt die Wechselwirkung des Wassers mit den Zellen im Gewebe während der Messung Rückschlüsse auf biologische Eigenschaften im Tumorgewebe auf zellulärer Ebene zu. Im Krebsgewebe ist diese Wasserbeweglichkeit deutlich verschieden von der Diffusion in gesundem Gewebe. Daher besitzt die dwMRT mit den einzigartigen funktionellen Informationen über die Beweglichkeit der Wassermoleküle im Gewebe auch in der Onkologie ein großes Potential, um sowohl Krebserkrankungen zu entdecken und zu diagnostizieren, als auch frühzeitig Therapieerfolge abzuschätzen, noch bevor es bei den Tumoren zu einer sichtbaren Größenveränderungen kommt.


In seiner experimentellen Studie untersuchte Dr. Gunter Wolf in einem klinischen MRTScanner die potentiellen Möglichkeiten der dwMRT zur Tumorabgrenzung im Vergleich zu herkömmlichen morphologischen Bildgebungsverfahren. Die Tumorabgrenzung ist von entscheidender Bedeutung für die bildgestützte Planung von Krebstherapien, beispielsweise der Strahlentherapie. Dr. Wolf konnte zeigen, dass dwMRT und morphologie-basierte Bildgebungsverfahren eine vergleichbare Tumorabgrenzung zulassen. Der entscheidende Vorteil der dwMRT gegenüber herkömmlichen Bildgebungsverfahren besteht jedoch in der Gewinnung funktionell-biologischer Eigenschaften von Tumoren.


Die prämierte Arbeit ist ein wichtiger Beitrag für die zusätzliche Integration funktioneller Tumoreigenschaften in die bestehende, in der Regel morphologie-basierte Therapieplanung. Dies könnte zu einer biologisch besser auf den einzelnen Patienten zugeschnittenen Therapie und einem verbesserten Patientenmanagement in der Onkologie beitragen. Um die gewonnenen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Studien in die klinische Anwendung zu überführen, arbeitet die Arbeitsgruppe Biologisches Imaging unter Leitung von PD Dr. Dr. med. Nasreddin Abolmaali mit anderen europäischen Wissenschaftlern zusammen, unter anderem als Mitglied der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC). Der gemeinnützigen Organisation für Studien zur Krebstherapie gehören mehr als 2.900 Forscher aus über 300 verschiedenen europäischen Einrichtungen an.

 

 

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